Ausstellungen

PAULA MODERSOHN-BECKER MUSEUM, BREMEN

Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit Zitrone (Ausschnitt), 1906/07, Privatbesitz, Foto: © Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen

Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit Zitrone, 1906/07, Paula-Modersohn- Becker-Stiftung, Leihgabe aus Privatbesitz
© Paula-Modersohn- Becker-Stiftung, Bremen

BECOMING PAULA

London · Berlin · Worpswede · Paris

8. Februar bis 13. September 2026

Wie wurde aus Paula Becker die Künstlerin Paula Modersohn-Becker – und schließlich die Kunstfigur »Paula«? Die Ausstellung BECOMING PAULA zeigt mit rund 70 Gemälden und Papierarbeiten, darunter viele selten zu sehende Leihgaben, die Facetten einer außergewöhnlichen Künstlerinnenbiografie.

Sie folgt der Malerin entlang ihrer wichtigsten Lebensstationen und zeigt, wie sie schon in ihrer Ausbildung ihren eigenen, freien und selbstständigen künstlerischen Weg ging.

 

Paula Modersohn-Becker, Kinder mit Laternen vor Haus, um 1901, Privatbesitz © Kunsthandel Wolfgang Werner Bremen/Berlin

Damals wegweisend, heute weltberühmt

Paula Modersohn-Becker ist heute weltberühmt und wird gefeiert als »Pionierin der Moderne«, als »Deutschlands Picasso« (FAZ 2007) und »wegweisende Künstlerin« (The New York Times 2024). Doch wie kam es dazu, dass diese junge Frau eine der international erfolgreichsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts werden konnte?

Die Ausstellung BECOMING PAULA zeichnet ihren Weg von Dresden und Bremen über London, Berlin und Worpswede bis Paris nach. Sie zeigt, wie Paula Becker zur Künstlerin Paula Modersohn-Becker und schließlich zu einer Ikone und Identifikationsfigur wurde. 

Paula Modersohn-Becker, Brustbild Lee Hoetger mit Blume, August 1906, Öltempera auf Leinwand, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen

London und Berlin: die Anfänge

Eröffnet wird die Ausstellung mit einem großartigen Panorama der Menschen, die in Paula Modersohn-Beckers Leben wichtig waren: Porträts der Künstlerin von Clara Rilke-Westhoff, Rainer Maria Rilke, Martha Vogeler, Lee Hoetger und ihrer Schwester Herma geben einen Einblick in ihr persönliches und professionelles Netzwerk und zeigen zentrale Höhepunkte ihres Schaffens. 

Dann wendet sich die Ausstellung den künstlerischen Anfängen Paula Modersohn-Beckers zu. Zu sehen sind Studienarbeiten und frühe Werke, die zwischen 1892 und 1899 in London und Berlin entstanden. Erstmals wird hier ihre eigenständige künstlerische Entwicklung veranschaulicht, die sich parallel zu ihrer Ausbildung vollzog. Das kaum bekannte und gewürdigte Frühwerk ist eine Entdeckung: So hat man Paula Modersohn-Becker bislang nicht gesehen!

 

»Ich verlebe jetzt eine seltsame Zeit. Vielleicht die ernsteste meines kurzen Lebens. Ich sehe, daß meine Ziele sich mehr und mehr von den Euren entfernen werden, daß Ihr sie weniger und weniger billigen werdet. Und trotz alledem muß ich ihnen folgen. Ich fühle, daß alle Menschen sich an mir erschrecken, und doch muß ich weiter. Ich darf nicht zurück. Ich strebe vorwärts, gerade so gut als Ihr, aber in meinem Geist und in meiner Haut und nach meinem Dafürhalten.«

Paula Becker in einem Brief an ihre Schwester Milly,
21. September 1899

Paula Modersohn-Becker, Liegende Mutter und Kind II, 1906, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen, © Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen

Worpswede und Paris:
Auf dem Weg zur Avantgarde

Die Ausstellung folgt der Künstlerin weiter nach Worpswede, wo der Akt zum zentralen Bildthema wird. Sie gelangt dabei zu eindringlichen Bildfindungen, die in der Kunstgeschichte ihresgleichen suchen. Dann geht die Reise weiter nach Paris. Mit ihren heute berühmten Bildern von 1906/07 wird sie ein Teil der damaligen Pariser Avantgarde.

Paula Modersohn- Becker war sich der Bedeutung dieser Werke durchaus bewusst. Auf einem Briefkuvert skizzierte sie ihr Pariser Atelier, an dessen Wänden drei Bilder hängen, die heute zu ihren Hauptwerken zählen – darunter auch eine Fassung des Gemäldes Mutter und Kind. Das Atelier mit diesen Gemälden wird in der Ausstellung in einer Rekonstruktion gezeigt.

 

Georg Baselitz, Paula, 2018 Hall Collection © Georg Baselitz 2025, Foto: Jochen Littkemann, Berlin

Später Ruhm, große Wirkung

Für zahlreiche Kunstschaffende – vor allem Künstlerinnen – war Paula Modersohn-Becker Vorbild und Antrieb, selbst eigenständige Wege einzuschlagen. Wie prägend ihr Lebenswerk für die Kunst im 20. und 21. Jahrhundert werden sollte, veranschaulichen Werke von Chantal Joffe, Marikke Heinz-Hoek und weiteren Künstlerinnen, die in loser Folge in die Ausstellung eingestreut sind. Georg Baselitz schätzte Paula Modersohn-Becker sehr und widmete ihr in seiner Serie ›Devotion‹ ein großformatiges Bild.

Gemälde und Fotoarbeiten, ein Comic-Strip und mehrere Filme über die Malerin zeigen: Die Faszination der Kunst von Paula Modersohn-Becker ist ungebrochen und zieht heute mehr Menschen in ihren Bann als je zuvor.

 

 

 

 

Die Worpsweder Museen

Inès Longevial, Visage Vert, 2024, Öl auf Leinwand, Courtesy of the Artist and Almine Rech, Foto: © Nicolas Brasseur

Inès Longevial, Visage Vert, 2024, Öl auf Leinwand, 70 x 98,5 x 3,5 cm, Courtesy of the Artist and Almine Rech. Photo: Nicolas Brasseur

Impuls Paula

Eine künstlerische Entdeckungsreise

7. Februar bis 1. November 2026

Ausgehend von je einem Werk Paula Modersohn-Beckers begeben sich die vier Worpsweder Museen auf Entdeckungsreisen: Welche Künstler*innen haben sich von ihr in welcher Weise inspirieren lassen? Jedes Haus folgt dabei einer anderen Spur: Mal ist es der Blick auf sich selbst, mal der Blick auf andere. Mal ist es die Haltung zum Gegenüber, die sich im Gemälde zeigt, mal zum Wandel von Landschaft, Klima oder Gesellschaft.

Mit welchen Augen blickte Paula Modersohn-Becker auf diese Themen? Welche Sichtweisen finden sich heute im Kunstgeschehen?

Wiebke Mertens, Blush, 2024 Große Kunstschau Worpswede, Kulturstiftung Landkreis Osterholz Foto: © Wiebke Mertens

ich bin/du bist.

Menschenbilder

Barkenhoff

Mit ihren Porträts zeigt Paula Modersohn-Becker Menschen auf eine neue Art und Weise. Ihre Gemälde fangen das Wesen ein, nicht die Form. Sie reduzieren die Dargestellten auf das Essenzielle und überraschen mit psychologischer Tiefe.

Die Ausstellung im Barkenhoff untersucht die Entwicklung von Porträts aus mehr als einem Jahrhundert. In der Gegenüberstellung historischer und zeitgenössischer Werke wird sichtbar, wie sich der Blick auf den Menschen wandelt – und welche Rollen der Zeitgeist, Individualität und Selbstinszenierung dabei spielen.

 

Paula Modersohn-Becker, Halbakt einer sitzenden Bäuerin, um 1900, Große Kunstschau Worpswede, Kulturstiftung Landkreis Osterholz, Foto: © Jörg Sarbach/
Worpsweder Museumsverbund

Respekt!

Große Kunstschau Worpswede

Paula Modersohn-Becker malte häufig Frauen aus ärmlichen Verhältnissen. Ihre Werke zeigen die intensive Auseinandersetzung mit dieser Situation: Da gibt es Nähe, aber auch Distanz, Anteilnahme und Respekt. Sie selbst äußerte ihr Unbehagen über diese Art der Beobachtung. Die Ausstellung fragt nach eben dieser Auseinandersetzung.

Wie verhalten sich Künstler*innen zu den Menschen, die sie porträtieren, aber auch gegenüber Machtgefügen oder dem Wandel der Natur? Welche Haltungen spiegeln sich in bildnerischen Darstellungen, damals wie heute?

 

Inès Longevial, Face, 2024 Besitz der Künstlerin Foto: © Lucas Nedellec

Hautnah. Inès Longevial

Worpsweder Kunsthalle

Die Haut steht im Mittelpunkt der in Paris lebenden Künstlerin Inès Longevial, die derzeit mit ihren Porträts den internationalen Kunstmarkt erobert. Gesichter, zarte Gesten oder nachdenkliche Stimmungen prägen ihre oft großformatigen Arbeiten. In der Biografie und im Werk von Paula Modersohn-Becker, die sie fasziniert, findet sie Parallelen zu ihrer eigenen Kunst.

Nach Paris, New York und Shanghai sind ihre Werke nun zum ersten Mal in Deutschland in einer Einzelausstellung zu sehen.

»Es geht nicht darum, Realität oder Fantasie auszudrücken. Das Ziel meiner Arbeit ist es, eine universelle Weiblichkeit darzustellen. Es ist einfach nur Malerei und lebt in den Augen derjenigen, die sie betrachten.«

Inès Longevial, 2020

Claudia A. Cruz, Ode an die Kettfäden, Wandinstallation, 2024
Leihgabe der Künstlerin, Foto: © Claudia A. Cruz

ANGEWANDT. Frau + Design

Haus im Schluh

Kaum jemand weiß, dass Paula Modersohn-Becker um 1900 einen Ausflug in das Textildesign unternahm. Das von Martha Vogeler gegründete Haus im Schluh nimmt dies zum Anlass und präsentiert Arbeiten von  15 erfolgreichen Künstlerinnen aus Textilkunst, Mode, Porzellan, Keramik, Silber, Messing, Werbegrafik und Fotografie von 1920 bis heute.

Mit ihrem Werk Ode an die Kettfäden bezieht sich die mexikanische Künstlerin Claudia A. Cruz auf die Ausstellung wie auf die Netzwerkerin Martha Vogeler.

 

Weitere Informationen über die Worpsweder Museen, zur Ausstellung Impuls Paula, zu unseren Vermittlungsangeboten sowie zu den Öffnungszeiten finden Sie hier:

DER PAULA-BECHER

Entdecken Sie Paula Modersohn-Becker neu im Alltag:

Der limitierte Paula-Becher – 150 Unikate zum 150. Geburtstag – entsteht im keramischen Buntdruck in einer Bremer Manufaktur, sodass jedes Exemplar ein kleines Kunstwerk für sich ist. Für 15 € ist er exklusiv in den Museumsshops im Barkenhoff, im Haus im Schluh, in der Großen Kunstschau Worpswede und im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen erhältlich.

Der Becher wird nur während der Laufzeit der aktuellen Ausstellung angeboten!

PAULA KUNST-TICKET

Bei Vorlage eines regulären Tickets der Ausstellung BECOMING PAULA aus dem Paula Modersohn-Becker Museum erhalten Sie in Worpswede einen Rabatt von
 20% auf das Museum⁴-Ticket der Worpsweder Museen (20 € statt 25 €), erhältlich in allen beteiligten Häusern.

Mit einem regulären Ticket der Ausstellung IMPULS PAULA in den Worpsweder Museen zahlen Sie in Bremen im Paula Modersohn-Becker Museum nur 10 € statt 12 € Eintritt.

Rabatt-Zeitraum: 8. 2. – 13. 9. 2026, nur gültig für reguläre Tickets zum Einlösen im jeweils anderen Ausstellungsort innerhalb von 14 Tagen nach Kauf.