MEHR PAULA

JUBILÄUMS­PROGRAMM

Weitere Sonderausstellungen zu Ehren der Künstlerin, Atelierführungen und geführte Ortserkundungen auf den Spuren Paula Modersohn-Beckers, Theater, Performances, Kreativ-Workshops und Familienveranstaltungen ergänzen das Jubiläumsprogramm »150 Jahre Paula Modersohn-Becker« in Bremen, Worpswede und Fischerhude.

Andrea Lühmann, We’re looking for, Fotografie 100 x 150 cm, © Andrea Lühmann,Courtesy of the artist

KÜNSTE FRAUEN* NETZWERK

Bremer Künstlerinnen im Jubiläumsjahr 2026
Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK

1926 gründete Ida Dehmel die GEDOK als „Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“. Aus ihrer visionären Idee ist das heute größte und bedeutendste Künstlerinnen-Netzwerk Europas entstanden. Auch Weggefährtinnen von Paula Modersohn-Becker wie Clara Westhoff und Martha Vogeler waren Teil dieser bewegten Geschichte.

Der Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK, verbindet 150 Jahre Paula Modersohn-Becker mit 100 Jahren GEDOK: Bremer Künstlerinnen sind zu Gast in den Worpsweder Museen, offene Künstlerinnenführungen laden in Bremer Ateliers ein, und zum Weltfrauentag 2026 bringt die Performance MEGALOPHONIA mit lauten Manifesten den Bremer Marktplatz zum Klingen. Ein Jahresprogramm zeitgenössischer Kunst, das zum offenen Austausch über Gleichberechtigung und tragfähige Netzwerke einlädt.

 

Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris, um 1905, Öl auf Leinwand, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

GROSS UND EINFACH GESEHEN

Paula Modersohn-Becker Saal
Kunsthalle Bremen

Die Kunsthalle Bremen würdigt Paula Modersohn-Becker mit einem neu eingerichteten Ausstellungssaal. Gezeigt werden 19 Werke aus allen Schaffensphasen der Künstlerin – bekannte Ikonen der Sammlung ebenso wie selten gezeigte Gemälde, die anlässlich ihres 150. Geburtstags neu präsentiert werden. Auch bedeutende Werke sind zurückgekehrt, darunter das eindrucksvolle Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris (um 1905), zuletzt als Leihgabe der Kunsthalle Bremen in New York und Chicago zu sehen.

Zwischen Worpswede und Paris wandelnd entwickelte Modersohn-Becker eine eigenständige Bildsprache, die bis heute fasziniert: erdige Farben, reduzierte Formen und eine große Nähe zum Dargestellten. Ergänzt durch kurze Texte, Audioeinführungen und ein Tastmodell eröffnet die Präsentation vielfältige Zugänge zu diesem wegweisenden Œuvre für die Moderne.

 

Paula Modersohn-Becker, Liegender weiblicher Akt mit Säugling in den Armen, Mai 1906, Kohle, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen © Die Kulturgutscanner

MEHR FRAUEN!

Bremer Künstlerinnen auf Papier
22. 7.–8. 11. 2026
Kunsthalle Bremen

Paula Modersohn-Becker gilt als zentrale Figur der Bremer Kunstszene – doch sie war nicht allein. Ungeachtet des männlich dominierten Gesamtbestands der Kunsthalle Bremen bewahrt das Kupferstichkabinett überraschend viele Blätter von Künstlerinnen aus Bremen und dem Umland. Die Zeichnungen und Druckgrafiken zeugen von Frauen, die sich trotz gesellschaftlicher Widerstände konsequent der Kunst verschrieben.

Die Ausstellung vom 22. Juli bis 8. November 2026 stellt Werke von Paula Modersohn-Becker Blätter von Clara Rilke-Westhoff, Marie Bock, Anna Plate, Margarethe von Reinken, Agnes Sander-Plump und vielen weiteren Künstlerinnen an die Seite.

 

Tina Schwichtenberg, LAMPEDUSA , Installation, 2023, Glasfaser, Foto Rolf Johanning

DIE EINFACHHEIT DER FORM
Bildhauerinnen im Dialog

1. 2. – 15. 3. 2026
Galerie Altes Rathaus, Worpswede

»Die große Einfachheit der Form ist etwas Wunderbares …« – diesen Gedanken notierte Paula Modersohn-Becker 1903 in ihrem Tagebuch in Paris. Unter diesem Leitmotiv treten in der Galerie Altes Rathaus sieben Bildhauerinnen aus ganz Deutschland in einen inspirierenden Dialog mit ihrem Werk. Die Ausstellung greift die künstlerische Suche der Malerin auf und führt den Gedanken, das Wesentliche sichtbar zu machen, in spannenden Dialogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen künstlerischer Vision und zeitgenössischer Interpretation weiter.

Teilnehmende Künstlerinnen: Martina Benz, Sarah Hillebrecht, Susanne Kraißer, Ilka Raupach, Silke Rehberg, Tina Schwichtenberg und Stefanie Supplieth. Ab 1. April 2026 werden ihre Arbeiten für ein Jahr entlang der Bergstraße in Worpswede präsentiert.

 

Paula Modersohn-Becker, Birkenweg mit Brücke, um 1903, Privatsammlung, Hamburg

PAULA BECKER – PAULA MODERSOHN-BECKER
Die Landschaften

8. 2. – 24. 5. 2026
Otto-Modersohn-Museum Fischerhude

Paula Modersohn-Beckers frühe Landschaftsstudien stehen im Mittelpunkt der Jubiläumsausstellung im Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude. 32 bislang selten gezeigte Landschaftsstudien aus der Anfangszeit der Malerin sind hier in einer monografischen Präsentation zu sehen – ein besonderes Ausstellungserlebnis, das die eigenständige Bildsprache und künstlerische Selbstbehauptung einer der wichtigsten Wegbereiterinnen der Moderne in den Fokus rückt.

Paula Modersohn-Beckers ungewöhnliche Selbständigkeit im Leben wie in der Kunst sowie ihr zielstrebiger Instinkt für eine neue Kunstströmung ihrer Zeit führten sie auf den Weg zu eigener Bildsprache, die sich in dem von ihr und Otto Modersohn gebrauchten Begriff »das Ding an sich in Stimmung« manifestierte. Im Gegensatz zu den Landschaftsbildern der »Worpsweder«, die von Luftperspektive, Atmosphäre, Licht- und Schattenspiel getragen sind, schildert Paula Modersohn-Becker die Dinge in möglichster Ausschaltung der Raumtiefe ganz aus der Nähe. Sie erfasste die Dinge, ob Landschaft oder Figur in einfachen, großen Formen und malte gewissermaßen alles als beseeltes Stillleben, das Ding an sich betonend, vom Gegenstand ausgehend – so auch ihre Landschaftsstudien.

 

»(…) Das merkwürdigste war, Modersohns Frau an einer ganz eigenen Entwicklung ihrer Malerei zu finden, rücksichtslos und geradeaus malend, Dinge, die sehr worpswedisch sind und die doch noch nie einer sehen und malen konnte. Und auf diesem ganz eigenen Wege sich mit van Gogh und seiner Richtung seltsam berührend (…)«

Rainer Maria Rilke am 6. Januar 1906 an Karl von der Heydt
nach einem Besuch im Atelier von Paula Modersohn-Becker, Weihnachten 1905

Gästeführer Worpswede-Teufelsmoor vor dem Barkenhoff, Foto: Jost Wischnewski

EINE PIONIERIN DER MODERNE ERLEBEN

Geführte Ausflüge zu Paula Modersohn-Becker in Worpswede – Bremen – Fischerhude
Gästeführer Worpswede-Teufelsmoor

Begeben Sie sich auf eine inspirierende Entdeckungsreise zu Paula Modersohn-Becker – einer der faszinierendsten Künstlerinnen der Moderne. Mit den Gästeführern Worpswede – Teufelsmoor e.V. entdecken Sie ihre Lebensorte, ihre Bilder und ihre Vision. In den fünf Worpsweder Museen eröffnen die aktuellen Sonderausstellungen neue Perspektiven auf ihr Werk und ihren nachhaltigen Einfluss auf die Moderne. Spaziergänge durch das Künstlerdorf führen zu ihren Lebensorten und lassen Geschichte lebendig werden.

Ergänzt wird das Angebot durch weitere Ausflüge nach Bremen in das Paula Modersohn-Becker Museum und die Kunsthalle sowie nach Fischerhude in das Otto-Modersohn-Museum. Ein kulturelles Reiseerlebnis für Kunstliebhaber*innen, das Kunstgenuss, Atmosphäre und Authentizität vereint.

 

Der Barkenhoff in Worpswede: Früher der Mittelpunkt der Künstlerkolonie – heute ein Museum. Urheber: Melanka Helms-Jacobs/© WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH 

SPURENSUCHE
in Bremen und Worpswede

Gäste-Pauschale zum 150. Geburtstag
1. 5. – 1. 10. 2026

Für auswärtige Gäste der Ausstellungen in Bremen und Worpswede, die länger als einen Tag bleiben möchten, bietet die Pauschale des Bremen Tourismus das passende Angebot. Sie beinhaltet zwei Übernachtungen mit Frühstück in einem Bremer Hotel nach Wahl. Am Tag nach der Ankunft geht es mit dem Moorexpress vom Bremer Hauptbahnhof nach Worpswede. Das Ticket sowie der Eintritt in die vier Worpsweder Museen sind inkludiert. Außerdem enthalten: der Eintritt in das Paula Modersohn-Becker Museum Bremen und die BremenCard mit kostenloser Nutzung des Bremer ÖPNV sowie vielen weiteren Vergünstigungen.

Die Pauschale ist buchbar freitags vom 01.05. bis 02.10.2026 und kostet, je nach ausgewähltem Hotel, ab 173 € pro Person im Doppelzimmer. Zusätzliche Nächte sind telefonisch unter 0421/3080010 hinzubuchbar.

 

Paula Radrunde 2026 / bike it! @WFB/Manja Herrmann

PAULA-RADRUNDE

Mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour

Zum 150. Geburtstag Paula Modersohn-Beckers verbindet eine Kunst-Radroute Landschaften und Orte, an denen die Künstlerin lebte und wirkte, mit Museen in Bremen, Worpswede, Vegesack und Fischerhude, in denen ihre Kunst zu sehen ist. 
Das Rad ist das ideale Verkehrsmittel, auf den Wegen zu und zwischen den Museen, um mit den Augen der Künstlerin Orte zu entdecken, die für das Leben und die künstlerische Entwicklung Paula Modersohn-Beckers von hoher Bedeutung waren. Meist autofrei folgt der Weg  Wasserläufen und Deichen, passiert Warften, Dörfer und Wiesenlandschaften. 



Die BIKE IT! Radrunde ist als Kartenflyer ab Frühling 2026 und digital in der Bike Citizens App und bei Komoot verfügbar. Die Route ist in beide Richtungen sowie in Variationen fahrbar und auf der Strecke der Radroute „Stadt, Land, Kunst – Bremen-Worpswede-Runde“ mit dem Torfkahn-Symbol ausgeschildert.

 

 

Kunstschule PAULA, Performance, Foto: Sara Schwienbacher

MEHR PAULA WAGEN

Partizipative Kunstprojekte zum Jubiläum
Paula Modersohn-Becker
Kunstschule PAULA, Worpswede

Zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker entwickelt die Kunstschule PAULA, der lebendige Galerieraum, in Worpswede partizipative Kunstformate, die Paulas Haltung von Mut, Eigenständigkeit und Lebensfreude in die Gegenwart übersetzen. In Workshops, Performances und einem poetischen Kurzfilm setzen Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Menschen mit Behinderung- Zitate der Künstlerin in eigene Bilder, Gesten und Stimmen um. Der Film wird im Winter 2026 öffentlich präsentiert.

Ergänzt wird das Projekt durch das »Paula-Dinner – Geschichten vom Mut«, ein inklusives, generationsübergreifendes Begegnungsformat, welches das Ziel hat ein Hörspiel zu entwickeln. Paula Modersohn-Becker wird so nicht nur museal erinnert, sondern als lebendige Inspirationsfigur erfahrbar – vielstimmig, sinnlich und zeitgenössisch.

 

Ich bin’s Paula, Spielszene, Foto: Packhaustheater

ICH BIN’S PAULA

Das Leben der Paula Moderson-Becker
Packhaustheater Bremen

Paula Modersohn-Becker hat nicht nur Zeichnungen, Radierungen und rund 750 Gemälde hinterlassen, sondern auch eine Lebensgeschichte, die es wert ist, erzählt zu werden! Das Theaterstück »Ich bin’s Paula« begleitet die junge Künstlerin von ihren Anfängen in ihrem Elternhaus in Bremen über Stationen in Berlin und Paris bis zu ihrem frühen Tod mit nur 31 Jahren.

Das Stück zeigt eine von der Kunst besessene Pionierin der expressionistischen Malerei und Wegbereiterin der weiblichen Selbstbestimmung, die immer wieder das traditionelle Rollenbild der Frau hinterfragt und überwindet.

Es zeigt aber auch eine lebenslustige und verletzliche junge Frau auf der Suche nach Liebe und Anerkennung.

Vom 13. März bis 26. April im Packhaustheater.

 

Paula.Selbst, Collage, Foto: Kunsthalle Bremen

PAULA.SELBST

Bremer Figurentheater
zu Gast in der Kunsthalle Bremen

»Mensch, Puppe!« Das Bremer Figurentheater begibt sich mit dem Regisseur und Autor Philip Stemann auf Spurensuche im Leben von Paula Modersohn-Becker, die zu einer Zeit, in der Frauen als eigenständige Künstlerinnen nicht vorgesehen waren, den Weg der Malerin beschritt. In der Kunsthalle Bremen entwickeln sie eine interdisziplinäre-malerisch-theatrale Annäherung, in deren Mittelpunkt die zahlreichen Selbstbildnisse der Künstlerin stehen.

Spiel: Jeannette Luft, Musik & Livezeichnungen: Matthias Entrup,
Ausstattung & Video: Sascha Gross, Puppenbau: Mechtild Nienaber.

Tickets und Vorstellungen in der Kunsthalle Bremen:
Spieltage September bis November 2026